Rindermast: Neues Vermarktungskonzept Integral Qualité Santé

 

Die Viehvermarkter Lüscher setzen ein Zeichen für günstigere, gesündere und bessere Tränker zu transparenten Preisen. In Zusammenarbeit mit Triple-Genetics-Service erhalten die Milchviehzüchter Genetik gratis.
Der sehr gut bemuskelte Simmentaler Stier FTC-Zeno ist einer von über 20 Stieren im KV-IQS-Programm. / (Bild: zvg)

 

Integral, Qualité, Santé, kurz KV-IQS, heisst das neue Vermarktungskonzept für Mastkälber der Bernhard Lüscher Viehvermarktung AG  mit Sitz in Aefligen BE. «Die Vermarktungsachse wird ergänzt durch eine Genetikachse», erklärt Markus Lüscher.  Dazu  geht er eine Partnerschaft mit Triple-Genetics-Service AG (TGS) in Selzach SO ein. «Die Mäster brauchen dringend auf kürzestem Wege gesündere und bessere Tränker, wenn die Qualitätsmast in der Schweiz eine Überlebenschance haben soll», ist Lüscher überzeugt. Gewinner  mit dem Konzept  sollen sowohl die  Milchviehzüchter als auch die Mäster sein. «Wie wollen eine Win-Win-Situation schaffen», betont Markus Lüscher an einer  Medienorientierung am 20. Juli 2006 auf seinem Mastbetrieb in Schalunen BE.

Genetik gegen Vertrag

«Wenn sich ein Milchviehzüchter entschliesst, eine Gebrauchskreuzung zu machen mit den von uns in Zusammenarbeit mit TGS ausgesuchten  über 20 Stieren verschiedener geeigneter Mastrassen, dann bekommt er diese  Genetik für eine Erstbesamung und falls notwendig für eine Nachbesamung gratis», erklärt  Markus Lüscher. Mit der Besamungsmeldung gehe der Milchviehhalter  gleichzeitig einen Vertrag ein, das Kalb nach der Geburt der Bernhard Lüscher Viehvermarktungs AG zu verkaufen.

«Der Mastrassenstier kann der  Milchviehzüchter selber auslesen und ist  gratis. Verrechnet wird nur die Samenübertragung. Wenn der Züchter später das  geborene Kalb  der Bern-

hard Lüscher Viehvermarktungs AG verkauft hat, bekommt er noch einen Gutschein für TGS-Milchviehgenetik, der  sogar höher ist als die Samenübertragungskosten», erklärt Ernst Schnyder. Auch Eigenbestandsbesamer könnten vom diesem Angebot Gebrauch machen.

AA-Preis wird garantiert

Nach Meldung der Geburt hole seine Firma das Kalb auf dem Hof zum  garantierten AA-Preis. Als Preis gilt der Wochenpreis, welcher vom Durchschnitt der Kälbermärkte im Kanton Bern (Thun und Wasen, AA-Stier- respektive AA-Kuhkalbpreis) errechnet wird.  Laut Vertrag hat der Züchter das Kalb innerhalb von 3 Tagen nach Geburt zu melden. Die Bernhard Lüscher AG bestimmt  mit dem Züchter den Abholtermin. Das  gesunde Kalb müsse mindestens 65 kg wiegen. Die Kuhkälber dürfen beim Wechsel zum Mastbetrieb nicht über 70 kg, die Stierkälber nicht über 75 kg wiegen. Bei der Übergabe  erhält der Züchter zudem einen Gutschein für TGS-Genetik im Wert von 30 Franken. 

Garantie für Mäster

Mit dem Kalb geht auch der KB-IQS-Vertrag mit, der  dem Mäster bestätigt, dass er ein AA-Kalb mit Top-Genetik  gekauft hat. Damit der Gesundheitsstatus bis zum Mäster gewährleistet bleibt, werden die Transporte so abgewickelt, dass es zu keinem Umladen von Kälbern und dadurch zu Vermischungen von einzelnen Gruppen kommt. Zudem wird auf eine schnelle Abwicklung geachtet, um Stress zu vermeiden.

Auch Rindviehmastspezialist Fritz Röthlisberger aus Erlinsbach AG zeigt sich überzeugt von KV-IQS. Der Idealschlachtkörper sei zwischen 275 bis höchstens 290 Kilo. Die Schweizer Qualitätsrindfleischproduktion  habe eine Zukunft mit tiefen Schlachtgewichten. Dazu bräuchten die Mäster gesunde und wüchsige Tränker.

Schlanke Strukturen

In der Kette würden alle profitieren, gibt sich Markus Lüscher überzeugt. Der Erfolg stelle auf dem Grundsatz ab, das richtige Tier zur richtigen Zeit am richtigen Ort in Kombination mit einer tiergerechten Haltung und transparenten Abrechnung. Jeder in der Wertschöpfungskette erhalte eine vollständig transparente Abrechnung. Damit soll jeder  vom anderen wissen, was er für was bezahlt hat, so Lüscher.  Eine Transparenz, welche gerade bei den Margen im Kälberhandel meist nicht gegeben sei und bis zu 20% des Gewinnes des Mästers schmälere.

Fragen zu KV-IQS beantworten  Markus Lüscher,  Telefon 079 447 16 44 , oder Simon Probst von  TGS, Telefon  079769 35 18 .

 

Marcel Wipfli [21.07.06 15:25]

 


 


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